Vogelstimmenwanderung durch den Hauptfriedhof

Von Urs-Viktor Peter

Fotos : Oliver Lingemann

Es ist schon mehr als 30 Jahre her, dass der NABU eine Vogelstimmenwanderung durch den Frankfurter Hauptfriedhof veranstaltet hatte. Dabei bieten sich Friedhöfe im allgemeinen mit einer Vielzahl an Gehölzen, Sträuchern und anderen Pflanzen geradezu an.

Das Interesse an dieser Führung am 29. April 2012 war sehr groß, denn 58 Teilnehmer fanden sich zur frühen Morgenstunde um 9 Uhr vor dem Haupteingang ein. Erfreulich war auch, dass 5 Kinder darunter waren, die sich für die Natur interessierten. Über 20 Vogelarten konnten an diesem Sonntagvormittag beobachtet oder gehört werden.

Eine Singdrossel konnte besonders gut aus nächster Nähe, nur wenige Meter entfernt, angeschaut werden. Die winzigen Sommer- und Wintergold-

hähnchen sangen aus den Fichtenkronen von hoher Warte, kleine Zaunkönige schmetterten ihren Gesang zwischen den Gräbern und Sträucher. Ein Rotkehlchen sang von einem freien Ast ihr wunderschönes Lied. Die vielen Meisen flogen die zahlreich vorhandenen Nistkästen an und fütterten fleißig ihre Jungen.

Leider war an diesem zunächst kühlen Vormittag keine Nachtigall zu

hören, ebenso zeigte sich kein Trauerfliegenschnäpper. In früheren Jahren brütete sogar der Pirol über mehrere Jahre auf dem Frankfurt Hauptfriedhof, was damals eine ganz besondere Attraktion war.

Außer den vielen Vogelarten, konnte man viele blühende Sträucher und Blumen bewundern. Eine Königin der Gartenhummel suchte ein geeignetes Erdloch für ihren Nestbau, vieleHonigbienen summten in den Sträuchern und blühenden Bäumen. Wild wachsende Veilchen säumten die Wege, Kriechender Günsel und die Gundelrebe zeigten ihre blauen und rot/violetten Blüten, dass gelbe Schöllkraut konnte an vielen Stellen entdeckt werden.

Nach fast drei Stunden war der Rundgang durch den Frankfurter Hauptfriedhof beendet und manche der Teilnehmer werden den Friedhof in Zukunft mit ganz anderen Augen sehen und nicht nur als Stätte der Trauer und des Gedenkens anschauen. In einer Großstadt wie Frankfurt ist das weitläufige Areal eine grüne Insel inmitten der vielen Hochhäuser und bietet vielen Vogel-, Insekten- und Pflanzenarten ein ideales Biotpop mit besten Lebensbedingungen.