Mauersegler sind nicht nur beneidenswerte Akrobaten der Lüfte, sondern auch beeindruckende Vielflieger. Jetzt kehren sie nach und nach aus ihrer langen Winterpause im südlichen Afrika zurück nach Frankfurt, um hier die insektenreiche Zeit des Frühlings und Sommers zum Brüten zu nutzen. Mauersegler begeistern viele Menschen und gehören zum Frühling einfach dazu. Leider wird es für sie immer schwerer, ihre Jungen erfolgreich großzuziehen. Es fehlt immer mehr an nahrhaften Insekten und leider auch an geeigneten Nistplätzen. Deshalb bittet der NABU Frankfurt darum, die wendigen Flugkünstler bestmöglich zu unterstützen.
Mutige Flugkünstler brauchen Wohnraum
Viele Mauersegler brüten alljährlich in frei anfliegbaren Hohlräumen an Gebäuden und machen mit ihren lauten, schrillen „srih -shriiiih“- Rufen und rasanten Gruppenformationsflügen auf sich
aufmerksam. Die Lebenskünstler gehören zu den geschützten Tierarten, auch ihre Nester sind geschützt. Da die Nistplätze von außen nicht sichtbar sind und meist nur beim Ein- und Ausflug der Vögel
erkannt werden, gehen bei Sanierungs- und Bauvorhaben immer wieder Brutplätze verloren. Dabei gibt es inzwischen zahlreiche gut durchdachte Möglichkeiten, um Nistplätze für Mauersegler an
Gebäuden bereitzustellen. Damit ist der Schutz der emsigen Insektenjäger ohne großen Aufwand möglich. Es gibt eine Vielzahl an Niststeinen oder -kästen, die bei Fassadenrenovierungen,
Dacharbeiten oder beim Neubau in die Häuser integriert werden können. Auch selbst gefertigte Holznistkästen, die an geeigneten Stellen, wie Dach- oder Mauerüberständen in mindestens sechs Metern
Höhe, angebracht werden, dienen dem Mauersegler als Nisthöhle. Neben dem Mangel an geeigneten Nistplätzen macht aber auch der Insektenschwund den Mauerseglern schwer zu schaffen. Wer Mauerseglern
wirklich helfen möchte, sollte also auch unbedingt auf einen naturnahen und insektenfreundlichen Garten achten. Das sorgt für ausreichend Kraftfutter, um den Mauerseglernachwuchs zu versorgen.
Vielflieger unter Termindruck
Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben – bis zu 21 Jahre – in der Luft. Wer nicht brüten oder füttern muss, steigt abends in höhere Luftschichten auf und bleibt über Nacht dort. Ob
Nahrung oder Nistmaterial, alles wird in der Luft gejagt oder gesammelt. An ihren luftigen Lebensraum sind Mauersegler durch lange und schlanke Flügel hervorragend angepasst. Bei ihren
abendlichen Flugspielen erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Die geschickten Flieger sind Weitstreckenzieher, die südlich der Sahara überwintern und im Frühling zum Brüten nach
Norden ziehen. Nach einer kurzen Brut- und Aufzuchtzeit beginnt der Wegzug dann bereits ab Mitte Juli, hauptsächlich aber Anfang August. Es bleibt ihnen also nicht viel Zeit, um ihre Jungen fit
für die große Reise zu machen. Da können ungünstige Ereignisse wie kalte, verregnete Sommer, in denen nicht viele Mauersegler-Küken überleben schon verheerende Auswirkungen haben. Umso wichtiger
ist es also, dass Mauersegler bei uns möglichst optimale Lebensbedingungen vorfinden.
Mauerseglerklinik Frankfurt
Die Mauerseglerklinik in Frankfurt-Griesheim ist deutschlandweit einzigartig. Gerade im Hitzesommer 2025 zeigte sich, wie dringend ihre Arbeit gebraucht wird: Bis zu 70 erschöpfte, halb verdurstete oder verletzte Vögel wurden täglich eingeliefert. Allein im Juli versorgte die Klinik rund 500 Mauersegler, zum Jahresende waren es noch über 170 Tiere. Hier werden geschwächte Vögel aufgepäppelt, verletzte Flügel medizinisch behandelt und oft in aufwendiger Feinarbeit repariert – damit die Tiere wieder in die Freiheit zurückkehren können.
Bitte helfen Sie mit: Unterstützen Sie die Arbeit der Klinik mit Ihrer Spende. Und wenn Sie einen Mauersegler finden, bringen Sie ihn direkt dorthin – jede Hilfe kann ein Mauerseglerleben retten.
Mehr Informationen
Der schnittige Mauersegler im Portrait
Bauanleitung für einen Mauersegler-Nistkasten
Mauersegler-Meldung bei NABU-Naturgucker
Fotos: Mathias Schäf


