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"Stunde der Gartenvögel": Finken-Freude und Spatzen-Sorgen

Durchwachsene Ergebnisse bei der 22. „Stunde der Gartenvögel“ in Hessen und Frankfurt: Viele schlechte Nachrichten, aber auch einige gute: Die Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“, die am zweiten Maiwochenende stattfand, sind gemischt. Zum Glück sieht es bei den Finken nicht ganz so schlecht aus wie befürchtet – zumindest nicht bei allen Arten. Bei den Buchfinken können wir in Hessen ein Plus bei den Sichtungen von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen, der Grünfink machte immerhin ein Prozent Plus. Es scheint sich keine neue Infektionswelle mit Trichomonaden anzubahnen, die in der Vergangenheit zu Verlusten unter einigen Finkenarten geführt hatte. Allerdings kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Grünfink seit Jahren zunehmend weniger gemeldet wird, wie auch die Zahlen der Bestandserfassung des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) bestätigen. Eine Ursache ist vermutlich, dass der Grünfink stärker unten den Infektionswellen mit Trichomonaden gelitten hat als der Buchfink. Die Erreger verbreiten sich vor allem an Futter- und Wasserstellen. Wer Vögel füttert, sollte daher unbedingt auf die Hygiene achten. Am besten Futtersäulen nutzen und Wasser täglich wechseln. Bei der Amsel deutet nichts auf größere Verluste hin, wie sie in den vergangenen Jahren leider festgestellt worden waren. Die melodische Abendsängerin wurde ähnlich häufig wie 2025 gemeldet.


Rückgang bei den Spatzen
­Deutlich düsterer sieht es dagegen bei den Spatzenarten aus. Der Haussperling liegt zwar nach wie vor auf Platz eins unserer Rangliste der am meisten gemeldeten Vögel in Hessen, wurde in den Gärten aber in deutlich geringerer Anzahl gesehen. Damit setzt sich der Negativtrend der vergangenen Jahre vorerst leider fort. So hatten die Hessen vor zehn Jahren durchschnittlich 5,37 Haussperlinge pro Garten gemeldet, in diesem Jahr waren es nur noch 4,14. Der Feldsperling konnte sein Vorjahresergebnis in Hessen immerhin halten. Im Vergleich zu 2016, als noch 1,96 Vögel pro Garten beobachtet wurden, ist aber auch bei ihm mit nur noch 0,93 Vögeln pro Garten in 2026 ein starker Rückgang zu verzeichnen. Petri: Diese Zahlen müssen uns besorgen. Denn wenn so häufige Arten wie der Haussperling immer weniger gemeldet werden, könnte das ein Alarmsignal für den Zustand der Natur in unseren Siedlungen sein. Grund dafür sind meist ein mangelndes Nahrungsangebot und der Verlust von Wohn- und Lebensraum in den Städten. 


Weniger Vögel pro Garten
­Bei den gesichteten Vögeln pro Garten setzt sich in Hessen der leichte, aber stetige Abwärtstrend ebenfalls fort: Wurden 2018 noch 32,70 Vögel gezählt, flatterten diesmal nur noch 27,00 Vögel durch einen Garten oder Park. Insgesamt haben in Hessen über 3.800 Menschen bei der Vogelzählung mitgemacht und aus mehr als 2.600 Gärten über 71.000 Vögel gemeldet. Bundesweit waren es 56.000 Menschen, über 38.000 Gärten und weit über eine Million Vögel. Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine Mitmachaktion von NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Die nächste Vogelzählung ist die "Stunde der Wintervögel". Sie findet vom 8. bis 10. Januar 2027 statt.


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Foto: NABU/Fotonatur