Am 31. Mai fand unser NABU-Treff mit einer spannenden Kräuterexkursion an der Streuobstwiese in Sossenheim statt. Unter der fachkundigen Leitung von Lisa Schäfer von Hollerstrauch & Zunderschwamm erkundeten die Teilnehmenden die vielfältige Pflanzenwelt unserer
Wiese und erfuhren Wissenswertes über heimische Wildkräuter, Gräser und Gehölze.
Zu Beginn standen die Obstbäume der Streuobstwiese im Mittelpunkt. Anhand von Borke und Blättern wurden die Unterschiede zwischen Birne, Apfel, Quitte und Speierling erläutert.
Auf der Wiese und entlang des Sossenheimer Obstpfads begegneten uns zahlreiche typische Pflanzenarten: Die Schafgarbe ist seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt und wurde traditionell zur
Wundbehandlung verwendet. Verschiedene Wicken und die Wiesenplatterbse gehören zu den Schmetterlingsblütlern und tragen durch die Bindung von Luftstickstoff zur natürlichen Bodenverbesserung bei.
Der Wiesenstorchschnabel fiel mit seinen violettblauen Blüten auf, während das zierliche Wiesenlabkraut mit seinen schmalen Blättern und kleinen Blüten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt
leistet.
Unter den Gräsern wurden Glatthafer und Wolliges Honiggras vorgestellt. Außerdem lernten die Teilnehmenden die Echte Kamille und die ihr ähnlich sehende Falsche Kamille kennen. Ein wichtiges
Unterscheidungsmerkmal ist der hohle Blütenboden der Echten Kamille, der ihr den charakteristischen Duft und ihre Bedeutung als Heilpflanze verleiht. Auch erfuhren wir mehr über den Wegerich,
dessen entzündungshemmende Wirkung seit Langem geschätzt wird. Zu den weiteren bemerkenswerten Pflanzen gehörten der Kälberkropf mit seinen weißen Doldenblüten sowie der Wiesensalbei, eine
wichtige Nektarpflanze für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge.
Zum Abschluss widmeten wir uns dem Holunder, der seit Jahrhunderten einen besonderen Platz im Volksglauben einnimmt. Besonders bekannt ist seine Verbindung zu Frau Holle (auch Göttin Holda), die der Überlieferung nach im Holunder wohnt und als Schutzgeist von Haus und Hof gilt. Aus diesem Grund wurde früher häufig ein Holunderstrauch in der Nähe von Wohnhäusern gepflanzt. Da der Holunder als heilig galt, durfte er nicht ohne triftigen Grund gefällt oder beschnitten werden. Vor einem Schnitt baten die Menschen den Baum oft symbolisch um Erlaubnis. Wer dies missachtete, musste der Sage nach mit Unglück rechnen. Neben seiner kulturellen Bedeutung ist der Holunder auch ökologisch äußerst wertvoll. Seine Blüten und Früchte dienen zahlreichen Insekten, Vögeln und anderen Tieren als Nahrungsquelle und machen ihn zu einem wichtigen Bestandteil unserer heimischen Kulturlandschaft.
Wir bedanken uns herzlich bei Lisa Schäfer für die informative und kurzweilige Führung sowie bei allen Interessierten, die an der Exkursion teilgenommen haben. Gemeinsam konnten wir die
faszinierende Vielfalt unserer Streuobstwiese neu entdecken und viel Wissenswertes über die heimische Natur mit nach Hause nehmen.









